Offener Brief: Gefährliche Angriffe auf Kurd:innen in Nord- und Ost-Syrien stoppen! Menschen schützen! Rojava bewahren!

Offener Brief: Gefährliche Angriffe auf Kurd:innen in Nord- und Ost-Syrien stoppen! Menschen schützen! Rojava bewahren!

Liebe Redaktionen, liebe Mitstreiter:innen, liebe Freund:innen,

mit einem offenen Brief wendet sich HÁWAR.help wegen der akuten militärischen Eskalation und humanitären Notlage in Nord- und Ost-Syrien an politische Entscheidungsträger:innen auf Bundes- und EU-Ebene sowie an die Zivilgesellschaft in Deutschland. Unserem Appell haben sich neben namhaften Organisationen wie Kurdische Gemeinde Deutschland e.V., Pena.ger e.V., Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. viele Personen des öffentlichen Lebens angeschlossen, wie Deniz Undav, Natalia WörnerAykut Anhan aka Haftbefehl, Ursula Karven, Hüseyin Kökseçen aka KC Rebell, Lena Brasch, Clemens SchickTahsim Durgun, Nora Tschirner, Igor LevitJasna Fritzi Bauer, Jasmin Tabatabai, um nur einige zu nennen.

Mit diesem Brief machen wir auf die akute Eskalation in Nord- und Ostsyrien und die damit verbundene Gefahr für kurdisches Leben in der Region und für unsere Sicherheit in Europa aufmerksam und rufen die Politik zum Handeln auf. 

Akute Eskalation in Nord- und Ostsyrien: Bundesregierung und die Europäische Union müssen jetzt handeln, um Massaker, Vertreibung und ein Wiedererstarken des sogenannten „Islamischen Staates“ zu verhindern.

Die Lage in Nord- und Ostsyrien (Rojava) hat sich in den letzten Tagen dramatisch zugespitzt. Die Demokratische Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien steht unter massivem militärischem Angriff durch Truppen der sogenannten syrischen „Interimsregierung“, verbündete islamistische Milizen sowie durch die Türkei unterstützte Kräfte. Es kommt zu schweren Menschenrechtsverbrechen, massenhaften Vertreibungen, gezielten Angriffen auf zivile Infrastruktur und zur Freilassung von IS-Kämpfern.

Hunderttausende Zivilist:innen sind akut bedroht. Strom- und Wasserversorgung wurden gekappt, Städte werden belagert, Krankenhäuser beschossen. Gleichzeitig wächst die Gefahr eines Wiedererstarkens des sogenannten „Islamischen Staats“ – mit unabsehbaren Folgen für die gesamte Region und darüber hinaus.

Wir warnen eindringlich: Ohne sofortiges Eingreifen der internationalen Gemeinschaft droht eine humanitäre und sicherheitspolitische Katastrophe. Die Bundesregierung und die Europäische Union tragen Verantwortung und müssen jetzt handeln.

Unsere Forderungen an die Bundesregierung und die Europäische Union:

  1. Unverzüglichen diplomatischen und politischen Einsatz zum Schutz der Zivilbevölkerung in Nord- und Ostsyrien, insbesondere zum Schutz kurdischen Lebens, sowie massiven politischen Druck auf Damaskus und die Türkei für einen echten, überprüfbaren Waffenstillstand.
  2. Die sofortige Koordinierung der internationalen Anti-IS-Koalition, um politisch und praktisch gegen den drohenden Wiederaufstieg des sogenannten „Islamischen Staats“ vorzugehen.
  3. Aufnahme von diplomatischen Gesprächen mit der Demokratischen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien.
  4. Den Einsatz für die Einrichtung einer unabhängigen UN-Fact-Finding-Mission zu Syrien nach dem Sturz des Assad-Regimes, mit besonderem Fokus auf aktuelle Menschenrechtsverbrechen.
  5. Das Aussetzen aller EU-Zahlungen an die sogenannte syrische „Interimsregierung”, solange diese für schwere Menschenrechtsverbrechen verantwortlich ist und mit islamistischen Kräften kooperiert.
  6. Die endgültige Absage des bislang nur verschobenen Besuchs des sogenannten „Interimspräsidenten” Ahmed Al-Sharaa durch die Bundesregierung als klares politisches Signal gegen Straflosigkeit.
  7. Die Einbestellung des türkischen Botschafters, um unmissverständlich deutlich zu machen, dass die militärische Aggression gegen die Demokratische Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien nicht akzeptiert wird.

Der offene Brief kann per E-Mail an info@hawar.help noch mitgezeichnet werden. Wir freuen uns über weitere Unterschriften! 

Presseanfragen:
HÁWAR.help e. V.
info@hawar.help
Unterzeichner:innen in alphabetischer Reihenfolge:

Alexander Estis, Autor
Ali Ertan Toprak, Bundesvorsitzender Kurdische Gemeinde Deutschland
Anna Prizkau, Schriftstellerin
Anna Yeliz Schentke, Autorin
Aykut Anhan aka Haftbefehl, Rapper
Berîvan Aymaz, 2. Vizepräsidentin des Landtages NRW, Bündnis 90/Die Grünen
Calli, Rapperin
Cansu Özdemir, Bundestagsabgeordnete Die LINKE
Civan Akbulut, Vorsitzender Informationsstelle Antikurdischer Rassismus – IAKR
Clemens Schick, Schauspieler
Daniel Donskoy, Schauspieler & Autor
Daniela Sepehri, Aktivistin
Davut Altundal aka AK Ausserkontrolle, Rapper
Deniz Undav, Profifußballspieler
Diyar Acar, YouTuber
Düzen Tekkal, Menschenrechtsaktivistin
Elmira Rafizadeh, Schauspielerin
Ensar Albayrak aka Eno, Rapper
Feleknas Ucar, ehemalige Abgeordnete HDP
Güner Balcı, Journalistin & Filmemacherin
Hüseyin Kökseçen aka KC Rebell, Rapper
Igor Levit, Pianist
Jasmin Tabatabai, Schauspielerin
Jasna Fritzi Bauer Schauspielerin
Kurdo Jalal Omar Abdel Kader, Rapper
Lana Lux, Autorin
Lena Brasch, Regisseurin
Mailan Ghafouri aka Lune, Rapperin
Mariam Claren, Menschenrechtsaktivistin
Marica Bodrožić, Autorin
Mina Khani, Menschenrechtsaktivistin
Minu Barati, Produzentin
Mona Kizilhan, 2. Vorsitzende GeDiv e.V.
Monzer Haider, Politik- und Islamwissenschaftler
Natalia Wörner, Schauspielerin
Nora Tschirner, Kulturschaffende
Oliver Masucci, Schauspieler
Prof. Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan, Psychotraumatologe und Konflikt-, und Friedensforscher
Ronya Othmann, Autorin
Shahrzad Eden Osterer, Journalistin
Soleen Yusef, Autorin & Regisseurin
Stefanie Sargnagel, Autorin
Tahsim Durgun, Autor & Creator
Tugba Tekkal, ehemalige Profifußballspielerin
Tülin Tekkal, DJane & Künstlerin
Ursula Karven, Schauspielerin
Vladimir Burlakov, Schauspieler

Unterzeichnende Organisationen:

GeDiv Gesundheits- und Diversitätsforschungsinstitut e.V.
Gesellschaft für bedrohte Völker
HÁWAR.help e.V.
Hengaw Organisation for Human Rights
Kurdische Gemeinde Deutschland e.V.
Kurdische Gemeinde Landesverband Baden-Württemberg
Pena.ger e.V.
Sea-Watch e.V.
SOS Afrin
Stimmen der Solidarität e.V.
YASA e.V.

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